Pergam Suisse AG 
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über ewb
Die 1954 erbaute und stets modernisierte Kehrichtverwertungsanlage in Bern wandelt jährlich 115’000 Tonnen Müll in Strom und Wärme um. Ein Grossteil der Energie geht direkt in die Fernwärmeversorgung. Im Sommer, wenn die Nachfrage von Fernwärme geringer ist, erzeugt eine Kondensationsturbine bis zu 10 MW elektrische Leistung. Mitte 2012 soll eine neue, noch effektivere Kehrichtverwertungsanlage fertig gestellt sein. Die Instandhaltung wird grösstenteils selbst mit 10 Mitarbeitern erledigt.
Laserausrichtung in der Praxis
Auftretende Schäden an Kupplungen und Wellendichtungen sowie erhöhte Schwingungen sind oft auf eine Fehlausrichtung der Maschinen zurückzuführen. Um das Haarlineal, die Fühlerlehre und die Messuhren für die Ausrichtung zu ersetzen, setzt die Firma Energie-Wasser-Bern (ewb) ein Laser Ausrichtsystem ein.
„Die Zurückhaltung gegenüber modernen Lasersystemen ist oftmals vor allem bei älteren Mitarbeitern anfänglich spürbar“, weiss Carlos Braceli, Fachberater Laserausrichtung bei der Pergam-Suisse AG. „Umso mehr sind die Kunden überrascht wie einfach und selbsterklärend die heutigen Geräte sind.“ In der Tat ist die Bedienerfreundlichkeit eines der wichtigsten Merkmale. Eine intuitive Menüführung und eine übersichtliche, selbsterklärende Ergebnisdarstellung lässt kaum Spielraum für Fehlmessungen. Vor allem für Servicefirmen ist die Berichterstellung eine hilfreiche Funktion. Moderne Systeme erzeugen direkt im Gerät einen Bericht, ohne dass ein Computer erforderlich ist (fertige PDF Datei). Dieser Bericht enthält alle wichtigen Maschinendaten, die eingegebenen Vorgabewerte sowie das Resultat. Die Ausrichtung ist somit reproduzierbar und kann bei eventuellen späteren Reklamationen hilfreich sein. Nachdem die Bedienung derart einfach geworden ist, sparen einige Unternehmen wie z.B. Energie-Wasser-Bern die Kosten für einen Dienstleister und investieren einmalig in ein eigenes System. Daniel Berger, Leiter Mechanik bei ewb und zuständig für die Instandhaltung der Kehrichtverbrennungsanlage Warmbächliweg, ist sich sicher, dass sich die Investition innerhalb eines Jahres amortisiert.
Für die Messung wird bei stehender Maschine auf jede Welle mit Hilfe einer universellen Spannvorrichtung eine Messeinheit montiert. Diese Messeinheiten sind bei modernen Systemen via Bluetooth mit einer Bedieneinheit verbunden. Zunächst sollte kontrolliert werden, ob alle Maschinenfüsse fest und vollständig aufliegen (sogenannter Kippfuss-Check). Neben dem Wackeln der Maschine kann auch das ganze Gehäuse verspannt sein. Dazu werden nacheinander alle Maschinenfüsse gelöst und wieder angezogen. Das Lasersystem zeigt an, welcher Fuss sich wie viel bewegt hat. Ab einer Bewegung von ca. 0.06mm sollte vor der eigentlichen Ausrichtung der Kippfuss beseitigt werden. Nachdem ein Kippfuss bei der Maschine ausgeschlossen ist, kann direkt die erste Messung durchgeführt werden. Dazu wird lediglich eine Taste gedrückt und danach die Welle gedreht. Die Bedieneinheit zeigt an sobald die Drehung für den nächsten Messpunkt ausreicht. Für die komplette Messung sind nur 3 Messpunkte innerhalb einer 40° Drehung nötig. Sollte die Bauweise inkl. der angebauten Sensoren eine grössere Drehung zulassen, verbessert dies die Genauigkeit des Messergebnisses. Nach Erkennung des letzten Messpunktes wird das Ergebnis, sprich der Versatz in horizontaler und vertikaler Ebene, angezeigt. Pfeile weisen auf einer Grafik für jedes Fusspaar die zu bewegende Richtung und den Wert in mm an. Wird die Maschine nun bewegt, kann die Bewegung der Maschine live im Display mit verfolgt werden. Die Toleranzen für eine Ausrichtung sind von der Drehzahl abhängig. Die meisten Maschinenhersteller geben Hinweise für Ihre Anlagen oder auch im Handbuch des Laser Systems sind die standardmässig verwendeten Toleranzen zu finden. Die horizontale Ausrichtung geschieht am einfachsten mit Passplatten. Gut sortierte Passplattenkoffer mit einer grossen Auswahl an rostfreien Unterlegblechen in verschiedenen Grössen erleichtern die Maschinenausrichtung und sparen das bekannte Suchen nach passenden Blechen. Für die vertikale Ausrichtung sind entweder Stellschrauben vorhanden oder es bedarf je nach Maschinengrösse entsprechendes Werkzeug. Eine Wiederholungsmessung nach Abschluss der Ausrichtung ist zu empfehlen, auch um den Zustand nach der Ausrichtung zu dokumentieren. Die Berichterstellung erfolgt direkt im Gerät und kann mittels USB Stick auf den Rechner übertragen werden. Bei ewb werden die Berichte der Ausrichtung im Unterhaltsprogramm CareOffice hinterlegt. Ein Umstieg auf das SAP PM Modul ist geplant und auch dort lassen sich die Ausrichtprotokolle problemlos einfügen.
Bei allen rotierenden Maschinen wirkt sich die ungenaue Ausrichtung negativ auf die Nutzungsdauer sowie den Energieverbrauch aus. Selbst bei flexiblen Kupplungen ist eine Ausrichtung zwingend notwendig und erhöht die Zuverlässigkeit der Anlagen was zu weniger ausserplanmässigen Ausfällen führt. Selbstverständlich lässt sich die Ausrichtung auch in gewohnter Weise mit Messuhr, Haarlineal, etc. erledigen, dies ist allerdings eine anspruchsvolle, zeitaufwändige Aufgabe für Profis. Ein Handwerk, das heutzutage nur noch wenige Fachleute beherrschen und die Zeit hierfür im täglichen Geschäft aufbringen können.
Seit die Laser Wellenausrichtung bei ewb hausintern durchgeführt wird, ist die Maschinenverfügbarkeit gestiegen und die Kosten für Reparaturen an Kupplungen und Wellendichtungen gesunken. Auch bei der Energiebilanz dürfte sich die verbesserte Ausrichtung positiv bemerkbar machen: der Energieverbrauch steigt nahezu exponentiell mit der Fehlausrichtung.

Im Interview mit Daniel Berger, Leiter Mechanik bei der Firma Energie-Wasser-Bern und zuständig für die Instandhaltung der Kehrichtverbrennungsanlage Warmbächliweg.
BH: „Welche Methoden für die vorbeugende Instandhaltung setzten Sie heute in Ihrem Betrieb ein?“
DB: „Wird haben ein genaues Ablaufprogramm inklusive Schmierplan erstellt. Bei den rotierenden Maschinen setzen wir die Schwingungsanalyse und seit Neuem auch die Laser Ausrichtung ein. Am Kessel erfolgt eine regelmässige Wanddickenmessung und unsere Elektroinstandhaltung setzt eine Wärmebildkamera ein. Alle Ergebnisse werden in unserem Unterhaltsprogramm hinterlegt.“
BH: „Führen Sie diese Inspektionen mit eigenem Personal durch oder beauftragen Sie Fremdfirmen?“
DB: „Revisionen werden alle selbst durchgeführt, ausser bei der Kesselrevission. Da hier die Arbeiten innerhalb von 3 Wochen komplett erledigt sein müssen, setzten wird bis zu 35 externe Mitarbeiter ein.“
BH: „Was waren in der Vergangenheit die häufigsten Ursachen für unplanmässige Maschinenstillstände?“
DB: „Mit Wälzlagern, Abdichtungen, Materialermüdung und selten sogar mit Wellenbrüchen hatten wir zu kämpfen. Zum Glück sind bei uns alle wichtigen Anlagen und lebenswichtige Organe redundant vorhanden.“
BH: „Wie haben Sie die Maschinenausrichtung vor der Anschaffung eines Laser Systems erledigt?“
DB: „Die meisten Anlagen haben wir selbst mit Haarlineal und Messuhr ausgerichtet, unsere wichtigsten Anlagen wurden durch Servicepartner mit Hilfe eines Lasersystems ausgerichtet. Dies war aufwändig und kostenintensiv, da aus sicherheitstechnischen Gründen immer ein interner Mitarbeiter die Arbeiten begleiten musste. Die Kosten schlugen mit CHF 120.- bis CHF 150.- pro Stunde nur für den externen Dienstleister zu Buche.“
BH: „Was war für Sie ausschlaggebend, dass Sie sich für die Anschaffung eines Laser Ausrichtsystems entschieden haben?“
DB: „Bei langfristiger Betrachtung entstanden durch die Fremdausrichtung zu hohe Kosten. Da sowieso immer ein eigener Mitarbeiter erforderlich war, hatten wir auch keinen Zeitvorteil. Bei jüngeren Mitarbeitern ist mir aufgefallen, dass diese nicht mehr so gut mit der Messuhr umgehen können. Das Handwerk wird wohl nicht mehr so wie früher gelernt.“
BH: „Sie haben die Produkte verschiedener Hersteller angeschaut und diese auch in der Praxis getestet. Was waren die Hauptmerkmale auf die Sie geachtet haben?“
DB: „Die Bedienfreundlichkeit hatte höchste Priorität für uns, da zehn verschiedene Personen das Gerät später benutzen sollen. Natürlich haben wir auch das Preis- / Leistungsverhältnis und die Kompatibilität der Resultate zu unserem Instandhaltungsprogramm verglichen.“
BH: „Sie haben sich nach gründlicher Marktbetrachtung für das Modell Damalini Easy Laser E710 entschieden. Was war schlussendlich der Auslöser?“
DB: „Der robuste Aufbau der Bedieneinheit mit den Tasten gefiel mir gut. Ein Touchscreen ist bei der teilweisen schmutzigen Umgebung einfach nicht optimal. Letztendlich waren es aber meine Mitarbeiter, die verschiedene Geräte ausprobiert haben und dann den Wunsch zu diesem Gerät hatten.“
BH: „Wann und bei welchen Maschinen werden Sie das System einsetzen?“
DB: „In erster Linie nach jeder Reparatur und wenn die Schwingungsanalyse den Indiz auf eine Fehlausrichtung gibt. Bei unseren ungefähr 1‘000 rotierenden Maschinen muss die Laserausrichtung und Protokollerstellung nach und nach erfolgen.“
BH: „Was wird der nächste Schritt in der vorbeugenden Instandhaltung sein?“
DB: „Eines der Ultraschallgeräte mit denen wir die Druckluftlecks finden können und zusätzlich auch unsere Kondensatableiter prüfen können habe ich im Hinterkopf. Wir sind immer an Innovationen interessiert die die Anlagenverfügbarkeit erhöhen oder Energie einsparen können.“
BH: „Herr Berger, als letzter Punkt: Was ist Ihr persönliches Motto für die Instandhaltung?“
DB: „Unplanmässige Stillstände haben immer Hektik und Kompromisse zur Folge. Daher setzten wir unsere ganzen Bemühungen in eine gute vorbeugende Instandhaltung!“
BH: „Vielen Dank für das Interview Herr Berger. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Team allzeit störungsfrei laufende Anlagen!“